Drei Tage Algerien. Zahlreiche Gespräche mit Vertretern des Industrieministeriums, der Investitionsbehörde, der deutschen Botschaft, Stellantis, Chery und lokalen Unternehmen.
Neben Marktinformationen habe ich vor allem eines mitgenommen: Algerien arbeitet mit großer Geschwindigkeit am Aufbau neuer Produktionskapazitäten und industrieller Wertschöpfungsketten.
Hier sind meine zehn wichtigsten Erkenntnisse.
Die Automobilindustrie in Algerien wächst mit klarer Strategie
Die Entwicklung erfolgt nicht zufällig.
Produktion, Lokalisierung und industrielle Wertschöpfung stehen im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Agenda. Bis Ende 2026 soll die lokale Wertschöpfung in der Fahrzeugproduktion deutlich erhöht werden. Zukünftig sollen pro Jahr 500.000 Fahrzeuge produziert und die lokale Wertschöpfung bis Ende 2026 auf 30% lokale Produktion erhöht werden.
Deutschland wird als Schlüsselpartner gesehen
Deutsche Unternehmen genießen einen hervorragenden Ruf.
Besonders gefragt sind Kompetenzen in:
- Produktion
- Automotive Engineering
- Qualitätsmanagement
- Supply Chain Management
- Produktionslogistik
Das Durchschnittsalter verändert die Dynamik des Landes
Das Durchschnittsalter in Algerien liegt bei rund 29 Jahren.
Eine junge Bevölkerung bedeutet langfristig verfügbare Arbeitskräfte, hohe Lernbereitschaft und großes Entwicklungspotenzial für Industrieunternehmen.
Industrie hat einen hohen Stellenwert
In vielen Gesprächen wurde deutlich, wie attraktiv Produktionsarbeitsplätze für junge Menschen sind.
Industrialisierung wird als Chance verstanden – sowohl für Unternehmen als auch für die persönliche Entwicklung.
Das Qualifikationsniveau hat mich überrascht
Bei unseren Werksbesuchen bei Stellantis/Fiat und IDE-NET haben wir moderne Produktionsumgebungen, strukturierte Qualitätsprozesse und qualifizierte Mitarbeiter erlebt.
Viele Eindrücke widersprachen den Vorstellungen, die man in Europa häufig über den algerischen Markt hat.
IDE-NET zeigt, wie Automotive-Industrialisierung funktionieren kann
Ein besonderes Highlight war der Besuch beim Kabelbaumhersteller IDE-NET.
Das Unternehmen produziert für Stellantis und plant Kapazitäten von bis zu 60.000 Kabelbäumen pro Jahr. Zusätzlich investiert IDE-NET in neue Produktionsflächen und den Ausbau seiner Fertigung.
Besonders beeindruckend waren:
- eigenes Trainingscenter
- dreimonatige Ausbildungsprogramme
- Integration von Studenten in die Produktion
- Frauenanteil von 83 %
- hoch professionelles Qualitätsmanagement
Offenheit beschleunigt Geschäftsbeziehungen
Die Gesprächspartner aus Industrie, Politik und Wirtschaft waren außergewöhnlich offen.
Herausforderungen, Chancen und Anforderungen wurden transparent diskutiert. Das erleichtert die Einschätzung von Projekten und Investitionsmöglichkeiten erheblich.
Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt
In vielen Gesprächen ging es um langfristige Partnerschaften.
Die zentrale Frage lautete häufig: „Wie können wir gemeinsam Wertschöpfung in Algerien aufbauen?“
Diese Haltung war bei Ministerien, Investoren, OEMs und Zulieferern gleichermaßen spürbar.
Vertrauen spielt eine größere Rolle als in vielen europäischen Märkten
Während der Reise wurde immer wieder deutlich, welchen Stellenwert Vertrauen und persönliche Beziehungen haben.
Wer Verlässlichkeit zeigt und langfristig denkt, schafft die Grundlage für stabile Geschäftsbeziehungen und erfolgreiche Projekte.
Kontraktlogistik und Just-in-Sequence bieten enormes Potenzial
Ein besonders spannendes Feld liegt in der Produktionslogistik.
Themen wie:
- Just-in-Sequence
- Just-in-Time
- Outsourcing der Logistik
- Sequenzierung
- Automotive Supply Chains
stehen in vielen Bereichen noch am Anfang.
Unternehmen mit Erfahrung in Kontraktlogistik und Produktionslogistik können beim Aufbau moderner Automotive-Lieferketten eine wichtige Rolle spielen. Wir unterstützen mit unserer langjährigen Erfahrung in Automotive-Projekten mit JIS und JIT Prozessen beim Aufbau der digitalen Absicherung der logistischen Prozesse mit unserem Produkt moviniti sequence.